Bewegung, Ernährung, Mindset

16. Mai 2021

Interview Mind-Body-Medizin

Interview mit der Logopädin, Gesundheitswissenschaftlerin und angehenden Mind-Body-Medizin-Therapeutin Madita Fischer. Die Mind-Body-Medizin (MBM) ist ein ganzheitliches, nachhaltiges Therapiekonzept mit dem Ziel, die Gesundheit wiederzuerlangen und vor allem zu erhalten. Maditas Vision ist es, die wissenschaftlich fundierte MBM populär zu machen und ist mit großer Leidenschaft dabei. Ich wollte es genauer wissen und habe Madita zum Interview eingeladen. Es wird unter anderem darum gehen, welche Rolle Gesundheit, Achtsamkeit, Stressmanagement und Kreativität in der MBM spielen. Viel Freude mit dem Interview, aber Achtung: Spannende Einblicke!

Interview mit Madita Fischer zur Mind-Body-Medizin

1. Hallo liebe Madita, so schön, dass du da bist! Stelle dich bitte einmal selbst vor, für alle die, die dich noch nicht kennen.

Danke für die Interview-Anfrage, Debbie. Ich freue mich sehr, hiermit einen weiteren Schritt in Richtung meiner Vision, die du so schön beschrieben hast, zu gehen.Ich bin Madita und 26 Jahre alt. Nach meinem Abitur studierte ich Logopädie und arbeitete dann zwei Jahre in Praxis und Klinik. Ich bemerkte schnell, dass ich mit dem Gesundheitssystem nicht zurechtkomme und schloss ein Studium in Gesundheitswissenschaften und Germanistik auf Lehramt an. Ich litt schon seit einiger Zeit unter schweren, wiederkehrenden Infektionskrankheiten und war 2019 mal wieder ausgeknockt. Wie immer sollte ich Antibiotika nehmen, doch entschloss mich diesmal, mich mit eigener Selbstheilungskraft aus der Krankheit zu befreien. Ich achtete auf meine Ernährung, übte Naturheilkunde aus, malte Bilder in den Farben der betroffenen Chakren und meditierte stundenlang. Ich löste die zugrundeliegenden Blockaden und siehe da: Seitdem hatte ich keine einzige Infektionskrankheit mehr! Dann fing ich an zu recherchieren, was ich da getan hatte und wie ich andere Menschen auch dazu ermutigen könnte, ihren inneren Arzt zu aktivieren. So stieß ich auf die Mind-Body-Medizin…  

2. Was ist MBM?

Es handelt sich um einen Ansatz, der in der klassischen Naturheilkunde auch als Ordnungstherapie bezeichnet wird, da ein Kranker laut Pfarrer Kneipp „Ordnung in der Seele und im Leben“ benötigt. Deshalb bezieht die Mind-Body-Medizin alle Lebensbereiche in die Behandlung einer Krankheit ein. Die MBM ist ein ganzheitliches, gesundheitsförderndes Konzept basierend auf dem Zusammenspiel von Körper, Psyche, Geist und Verhalten mit allen körperlichen, emotionalen, gedanklichen, sozialen und spirituellen Faktoren.  

3. Welches sind die Hauptziele?

Spontan sage ich: Lebensstilveränderung, Stressreduktion, Befähigung und Ermächtigung von Patient*innen zur Selbsthilfe  

4. Welche Grundpfeiler hat die MBM? Welche Kernbereiche werden in die Therapie einbezogen?

Bei der Mind-Body-Medizin Summer School in Essen lernte ich den von Frau Dr. Paul entwickelten Tempel der Gesundheit kennen, durch den die MBM veranschaulicht wird. Die Basis des Tempels ist die Achtsamkeit. Darauf stützen sich die Pfeiler Bewegung, Entspannung, Atmung, Ernährung und (naturheilkundliche) Selbsthilfe. Von diesen Säulen werden Lebensziele, Gedanken/Gefühle und der Lebenssinn getragen. Das Dach des Tempels bilden soziale Kontakte und der Beruf bzw. die Leistung. Sobald eines der tragenden Elemente nicht ausreichend ausgebaut ist, gerät der Tempel ins Ungleichgewicht, was dann eine Krankheit zur Folge haben kann. Die Therapie basiert also darauf, alle Elemente zu stärken.  

5. Gesundheit, Achtsamkeit, Stressmanagement und Kreativität sind in aller Munde. Inwieweit werden diese Bereiche in der MBM genutzt? Gib uns gerne ein Beispiel.

Gesundheit ist das Ziel der MBM, Achtsamkeit die Basis, das Stressmanagement ein Pfeiler. Wenn beispielsweise ein/e chronische/r Schmerzpatient*in mittels MBM therapiert wird, dann lernt diese/r zunächst Methoden der Achtsamkeit kennen (kleine angeleitete Meditationen, achtsames Essen o.ä.). Es wird ermittelt, welche Auslöser für Stress in Frage kommen und wie diese „Trigger“ entschärft werden können. Dazu wird beispielsweise die kognitive Umstrukturierung verwendet, denn am Ende entscheidet nicht die Situation darüber, wie stressig wir etwas finden, sondern unsere Reaktion auf diese Situation. Die Kreativität ist mein persönliches Steckenpferd. Ich mache im nächsten Monat eine Fortbildung zur Kunsttherapeutin und möchte die gelernten Methoden dann ergänzend zur MBM anbieten, da ich selbst so positive Erfahrungen beim Malen/Erschaffen mache.  

6. Für wen ist die MBM gedacht und geeignet? Bei welchen Beschwerden?

Schaden kann sie niemandem! Es ist nur so, dass akute Fälle wie z.B. ein Tumor oder eine Lungenentzündung schulmedizinisch abgeklärt und ggf. behandelt werden müssen. Für die Personen, die schon lange Hilfe in der Schulmedizin suchen, aber nicht finden, die chronisch krank sind und sich machtlos fühlen, ist die MBM ein wunderbar wirksames Handwerkszeug. Erwiesenermaßen hat die MBM besonders guten Einfluss auf chronische Schmerzen und bei Fibromyalgie. Bei mir persönlich hat sie auch bei einer akuten Infektion gut geholfen. Man sollte nur bereit sein, sich darauf einzulassen…!  

7. Ich arbeite integrativ und picke mir die Rosinen sowohl aus dem westlichen Wissen als auch aus der östlichen Erfahrungswissenschaft (TCM). Arbeitet die MBM mit der Schulmedizin Hand in Hand, also komplementär oder komplett gegensätzlich und die Schulmedizin ablehnend?

Hundertprozentig komplementär – Hand in Hand! In den Kliniken Essen-Mitte wird die MBM in der Naturheilkunde verankert und immer mit der Schulmedizin verzahnt. Alle Ärzt*innen haben eine schulmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikationen in Naturheilkunde, TCM, Ayurveda, Neuraltherapie u.s.w. Die Devise lautet: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.  

8. Wo kommt die MBM zur Anwendung (Krankenhaus, Reha, …)?

Bisher wird die MBM auf der naturheilkundlichen Station und in der Tagesklinik angewandt. Viele MBM-Therapeut*innen sind Ärzt*innen und/oder Coaches in eigener Praxis und behandeln ihre Patient*innen ambulant.  

9. Ist die Therapie eine Privatleistung oder wird sie von den gesetzlichen Krankenkassen mitfinanziert?

Das kommt drauf an, wie die jeweiligen Behandler*innen es handhaben, es ist nämlich nicht unbedingt leicht die gesetzlichen Krankenkassen mit ins Boot zu holen. Die Station und Tagesklinikaufenthalte werden von den gesetzlichen Krankenkassen nach Rücksprache finanziert, was meiner Meinung nach absolute Normalität werden sollte.  

10. Was versteht die MBM unter Spiritualität?

Sie wird danach definiert, was der/die jeweilige Patient*in als solche wahrnimmt. Niemand wird dazu gedrängt, an etwas zu glauben. Wenn eine bestimmte Form des Glaubens im Leben des Erkrankten als Stütze dient, so wird diese in die MBM individuell integriert. Das finde ich so herzerwärmend.  

11. Was ist Spiritualität für dich?

Für mich definiert sie sich auch immer wieder neu, je nachdem vor welcher Herausforderung ich stehe. Spontan würde ich sagen, dass Spiritualität für mich der bewusste Umgang mit dem Leben ist. Ich persönlich glaube daran, dass wir alle aus einem Feld ohne Raum und Zeit kommen, in dem es keine Gegensätze gibt. Dass wir hier auf der Erde sind, um die Polaritäten von Liebe/Angst in allen Ausprägungen zu erleben. Und vor allem: Dass wir selbst unser Leben erschaffen, wie wir es vorfinden. Doch diese Ansicht hinterfrage ich auch immer wieder, sie ist nicht in Stein gemeißelt. Ich habe noch viel zu erleben und zu erfahren, bevor ich diese Frage mit Überzeugung beantworten kann…  

12. Wie schaust du aus MBM-Sicht auf meine drei Arbeitsschwerpunkte: Ernährung, Bewegung & Mindset?

Wie du merkst, sind dies elementare Punkte der Mind-Body-Medizin, insofern haben wir offensichtlich eine sehr ähnliche Vision. Die langfristige, allumfassende Gesundheit liegt eben nicht in den Händen der Ärzte, sondern in unseren eigenen. In jedem einzelnen Tag! In jedem einzelnen Gedanken…  

13. Vielen Dank für das großartige Interview, liebe Madita! Was möchtest du unseren Lesern mitgeben?

Du sprichst oft von Balance und ich möchte darauf nochmal eingehen: Auch wenn ich sage, dass unsere Gesundheit in unserer eigenen Hand liegt, darf sie mit Leichtigkeit gelebt werden. Ein wunderschönes Bild ist das HEDE-Kontinuum von Antonovsky: Wir bewegen uns immer in einem großen Bereich zwischen Gesundheit und Krankheit, niemand wird jemals immer vollständig bei Gesundheit sein und das ist vollkommen in Ordnung! ACKNOWLEDGE IT – FEEL IT – FIND PEACE IN IT – BE FREE 😊     Mehr über die MBM und die Arbeit von Madita könnt ihr auf ihrem Instagram-Account „madita_mindbodymedizin“ erfahren. Viel Spaß beim Stöbern! Wir würden uns über ein Feedback von dir sehr freuen. Hast du Fragen, Wünsche oder Anregungen, dann immer her damit!   Live simple & beautiful, deine Debbie   Werbung unbezahlt

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